Regine Kölpin

Schriftstellerin

Übers Schreiben

Was bedeutet das Schreiben für Sie?

Nicht aufgeben, an die Grenzen gehen,  auch wenn es unmöglich erscheint. Schreiben bedeutet, auf dem Weg zu sein.

Foto: Claudia Toman Traumstoff

Ich liebe es, andere Welten und Figuren zu erfinden und Geschichten zu erzählen. Und das von Kindesbeinen an.

Wann haben Sie mit dem Schreiben begonnen?

Schon als Kind.  Von klein auf sagte man mir eine blühende Fantasie nach und so habe ich mit 10 Jahren meinen ersten Roman von über 100 Seiten geschrieben. Als den keiner drucken wollte, habe ich schon damals beschlossen, Schriftstellerin zu werden. Ich habe seitdem nie aufgehört zu schreiben. Erst waren es Gedichte, kurze Sachen. Natürlich zunächst nur für mich.

Das Gefühl, ich habe etwas zu erzählen, ich möchte auch für Publikum schreiben, wurde immer stärker. Und nachdem ich die ersten Publikationen aufweisen konnte, gab es kein Halten mehr. Mittlerweile bin ich in der glücklichen Lage, mit Stammverlagen und einem großen Publikumsverlag (Droemer Knaur) zusammenarbeiten zu können.

Wie war Ihr Werdegang?

Zunächst habe ich über mehrere Jahre drei Fernstudiengänge absolviert. Mir war es wichtig, altes Wissen aufzufrischen, zu erweitern und den Traum der Schriftstellerei professionell anzugehen.

Also habe ich Deutsch und Literatur studiert und einen sehr motivierenden Abschluss mit der Note 1,6 gemacht. Davon beflügelt, belegte ich drei Jahre lang einen Autorenstudiengang und schulte mich nachfolgend ein Jahr in der Kinder-und Jugendliteratur. Damit hatte ich ein gutes Rüstzeug und schon einen Einblick in die Welt der Schriftstellerei. Ich habe dort gelernt, konzeptionell zu arbeiten. Letztlich wichtig waren aber später die direkte Kontakte zu anderen Autoren in Schreibgruppen.

Und dann kamen die ersten Veröffentlichungen?

Nein, so schnell ging das nicht. Ich musste ganz schön üben, Rückschläge hinnehmen, bis das geklappt hat. Aber dann ging es Schlag auf Schlag. Zunächst der erste Kurzkrimi, dann folgte schon bald der erste Roman, aus dem eine Reihe mit einem Kommissar wurde. Das hat Spaß gemacht.

Aber ausschließlich regionale Ermittlerkrimis zu schreiben war dann doch nicht das, was ich mir langfristig vorgestellt hatte, und in mir wuchs das Bedürnis, etwas anderes auszuprobieren. Kinderbücher hatte ich ja von Beginn an auch geschrieben. Aber den Krimis folgten die historischen Romane. Eine echte Herausforderung, die sehr viel Spaß gemacht hat.

Als weitere Schiene sind meine humorvollen Familienromane auf den Markt gekommen. Langweilig wird es nicht, denn diese Schiene werde ich zukünftig noch ausbauen. Die „Oma-Romane“ bei Knaur gehen auf jeden Fall weiter. Das macht unglaublich Spaß. Ich kann aus einem großen Fundus an Erfahrungen schöpfen und alles neu in Szene setzen. Hinzu kommt nun noch eine humorvolle Krimireihe.

Was steht zukünftig auf dem Plan?

Die Familienromanschiene, die auch immer mit Liebe zu tun hat, ernst und heiter, werde ich auf jeden Fall beibehalten. In Zeiten wie diesen, wo man so viel schreckliche Dinge hört und sieht, ist es eine Wohltat, das literarisch zu thematisieren. Liebe muss ja nicht kitschig sein, dieses Thema hat unglaublich viele spannende Facetten. Und mir spuken auch noch andere Ideen im Kopf herum.

Schreiben Sie lieber für Kinder oder für Erwachsene?

Das ist absolut gleichwertig. Der Anspruch, ein gutes Buch zu schreiben, ist derselbe. Ich möchte immer spannende und gut recherchierte Geschichten erzählen, egal für welche Altersgruppe, egal welches Genre.

Wie sieht Ihr Arbeitstag aus?

Durchstrukturiert von Anfang bis Ende. Um neun Uhr gehe ich an den Schreibtisch, da warten viele administrative  Aufgaben auf mich. Rechnungen schreiben, Lesungen und Workshops vorbereiten, recherchieren, PR Arbeit. Nach einer kurzen Mittagspause arbeite ich stets ein paar Stunden kreativ, denn wenn ich nicht jeden Tag etwas geschrieben habe, bin ich unzufrieden. Ich liebe es zu sehr, die Geschichten weiterzuspinnen.

Woher nehmen Sie Ihre Inspiration?

Mich inspiriert das Leben. Und daraus schaffe ich als Schriftstellerin Möglichkeiten, indem ich das, was mich angeregt hat, weiterspinne. Manchmal besuchen mich die Geschichten im Schlaf, weshalb ich immer ein Notizbuch in der Nachttischschublade liegen habe. Weil ich auch historische Romane oder Geschichten schreibe, die sich mit der Vergangenheit auseinandersetzen,  passiert dabei viel während der Recherche.

Besucht mich eine Idee, spielt sich in meinem Kopf sofort ein Film ab. Wenn gar nichts geht, hilft ein Spaziergang am Meer oder an den Salzwiesen entlang. Da habe ich es ja nicht weit.

Wo schreiben Sie?

Ich habe ein kleines Arbeitszimmer mit Blick auf die Wiesen und auf eine Windmühle.Ganz gemütlich. Dazu eine Tasse Tee oder Kaffee und Kerze an:-)

Kategorie: Allgemein